Didgeridoo

Der archaische australische Didgeridoo – "der Didgeridoo" - ist traditionell der männlichen Energie des Kosmos zugeordnet. Er ist männlich (der Phallus eines Ahnen oder eine maennliche Gottheit für sich selbst), wird angeblich seit mehr als 7000 Jahren von den Stämmen in Arnhemland (östlich von Darwin) benutzt – nur dort!!! Nirgendwo anders in Australien wurde Didgeridoo gespielt – auch das Wort Didgeridoo gibt es in keiner Ureinwohnersprache. "Didgeridoo" ist eine Bezeichnung, die von den Weißen kommt. es gibt von den Ureinwohnern über 15 Namen. Die gebräuchlichsten sind "Yidaki" und "Wonga" – am meisten verbreitet ist Yidaki.

Meinen Quellen und Recherchen zu folge fand die erste Ausbreitung vor ca. 150 Jahren von Arnhemland nach Cape York statt. Und das war’s auch schon! Erst der Tourismus hat den Didgeridoo über den ganzen Kontinent verbreitet! Es wurden auch niemals Bambusdidgeridoos verwendet. Ich stelle mich mit diesen Zeilen bewusst gegen die Verherrlichung und Mythologisierung dieses fantastischen, wunderbaren Instruments. Ich möchte ein paar Fakten aufzeigen und ins Bewusstsein rufen.

Für mich ist der Didgeridoo weit mehr als nur ein Instrument. Er ist ein wunderbarer Lehrer und mächtiger Heiler. Die Kultur der australischen Ureinwohner ist viel komplexer und vielschichtiger als wir uns das vorstellen können. Ethnologische Aufzeichnungen wurden sehr von oben herab gemacht, es fehlte das Verständnis (in Sprache und Wille) für die komplexen Strukturen sowie die Anerkennung durch die Ureinwohner, die ihr Wissen nur an Eingeweihte weitergeben. Wissen wurde nicht in Form von Worten weitergegeben (so wie bei uns im Westen, wenn man ein Buch liest und behauptet man wisse jetzt etwas über dieses Thema).

Die Erfahrung, das Erleben der Einweihung war (und ist es sehr Eingeschränkt noch immer) die Weitergabe des Wissens (besser wäre Mythos, Weltbild, Gaube, Gesetze, Geschichte usw.). Ein Beispiel: wenn du jemandem Beschreiben willst, wie ein fernes Land ist, könntest du Stundenlang reden, es würde zwar ein Bild, eine Vorstellung entstehen, aber die Erfahrung, wie es wirklich dort ist, wie es riecht, die Temperatur und alle anderen Sinneseindrücke kann man nur erfahren, wenn man wirklich dort ist. An dieser Stelle möchte ich den deutschen Missionar Carl und seine Frau Frieda Strehlow erwähnen, denen es durch Respekt für die Kultur der Ureinwohner, sowie durch das erlernen der Sprache vor über 100 Jahren vergönnt war, einen sehr tiefen Blick in das Leben und Weltbild der Ureinwohner von Zentralaustralien zu werfen. Leider sind die wenigen Auflagen der Aufzeichnungen vergriffen und die Originale liegen unter Verschluss in australischen Archiven. Einen kleinen Einblick vermittelt das Buch vom ihrem Enkel Wighard Strehlow: Wüstentanz (Australien spirituell erleben), Strehlow Verlag, ISBN 3-929735-01-6

Australien war in über 300 Stammesgebiete unterteilt, die einzelnen Stämme konnten sich zum Grossteil nicht mit ihren Nachbarn verständigen (Sprachbarriere – wie Deutschland, Frankreich, Polen, Dänemark; oder Österreich, Ungarn, Slowenien, Italien, Slowakei; um nur einige Beispiele zu nennen.) Auf Grund der Sakralität, die dem Didgeridoo (zu Recht) entgegengebracht wird (dort wo er gespielt wird), wurde in Felsbildern seine Verwendung festgehalten (zum Teil menschliche Spieler aber auch Geistwesen).

Es gibt nicht viele dieser Felsmalerein, ich kenne 4, angeblich gibt es 7 die Uneingeweihte sehen können. Alle sind in Arnhemland und dem vorgelagerten Kakatoo National Park. Da es in keiner anderen Gegend auch nur eine einzige Abbildung eines Didgeridoos oder Spielers gibt, liegt der Schluss nahe, dass er dort auch nicht verwendet wurde. Die Kraft und Macht des Yidaki fühlen sogar wir Mitteleuropäer – das ist die Faszination die er auf uns ausübt. Ich möchte jeden der darauf spielt bitten, positive Schwingungen in die Welt zu setzten, unsere Welt hat es dringend nötig und sie braucht noch viel mehr davon!