Bemalungen

traditionell hatte die Bemalung mit der Entstehungsgeschichte des Instruments zu tun. d.h. Erlebnisse oder dreamings (intuitive Erfahrungen) während der Suche nach dem geeigneten Rohling und dem "Ernten" desselben.

Es gibt zwei Hauptstilrichtungen: a) Strichbemalungen – das Motiv setzt sich aus feinen Linien zusammen. b) Sogenannte Röntgenbilder - Tiere und Menschen werden nicht nur durch ihre von Außen sichtbare Form dargestellt, sondern auch die inneren Organe sind abgebildet. Das sind die beiden Stilrichtungen, die in der traditionellen Herkunftsgegend des Yidaki verwendet wurden. Die dritte Hauptstilrichtung australischer Malerei – die Punktmalerei – kommt aus Zentralaustralien und hat traditionell mit Yidakis nichts zu tun.

Die Stilrichtung war Ursprünglich von der Entstehungsgegend, bzw. von der Herkunft des Herstellers abhängig. In verschiedenen Regionen waren verschiedene Malstile gebräuchlich. Heute wird alles vermischt, neue Stile sind dazugekommen und auf die Tradition des Zusammenhangs zwischen Entstehung und Bemalung legen nur mehr sehr wenige "Meister der Yidakiherstellung" wert.

Leider werden Didgeridoos seit einigen Jahren auch in Massenproduktion hergestellt - Aborigines haben damit so gut wie nichts zu tun, und verdienen auch nichts daran - das Holz wird vorwiegend von Weißen bearbeitet, die Bemalung stammt von Asiaten! - in Aborigines-stil. Dafür kommen sie in Europa billig auf den Markt. Mit ein wenig Erfahrung kann man leicht den Unterschied an der Bemalung erkennen. Es gibt auch kleinere "Factories" (Fabriken) in denen Aborigines arbeiten und malen.

Grundsätzlich ist das Interesse des Westens an der Kultur der australischen Ureinwohner sehr zu Begrüßen. Das Hinschauen der Menschen hat die australische Regierung dazu bewogen, etwas für die Aborigines zu tun. Ein genaueres Eingehen auf diese Thematik (Hintergründe, Ursachen, in der Vergangenheit und heute) würde den Rahmen dieser Seite sprengen. Die Möglichkeit für viele Aborigines durch ihre Kunst (oder was als solche verkauft wird) Geld zu verdienen ist positiv. Das Interesse von außerhalb Australiens stärkt bei den Aborigines das Selbstvertrauen und die Achtung für ihre eigene Kultur (die in großen Teilen des Landes leider schon verschwunden ist). Meine Erfahrung war jedoch, dass die meisten Aborigines gar keine Ahnung von unserem Interesse für sie haben. Sie sind tagtäglich mit dem Rassismus der "neuen Herren" Australiens konfrontiert...